Schlagwort: Autoretro

  • Liebes Ich aus dem Jahr 1994!

    Liebes Ich aus dem Jahr 1994! Du musst jetzt sehr stark sein: Ich habe gerade – ohne mit der Wimper zu zucken – alle meine SD-Karten mit weniger als 4 GB Speicherplatz aussortiert und weggeschmissen. Jetzt muss ich mit schlechtem Gewissen an Dich denken. Ich weiß, für Deine erste 80 Megabyte-Festplatte bist Du gerade drei Wochen im Callcenter gesessen und hast von 9 bis 17 Uhr politischen Meinungsmüll zu Protokoll gebracht. Es wird trotzdem nicht umsonst gewesen sein, auch wenn Du das jetzt noch nicht verstehst.

  • „MEGAPOLIS 2000 Plus – a Game by Robert Stachel“

    Textbeitrag aus dem Jahr 2007 für Sigrid Rosenbergers und Martin Wassermairs Buch „Generation Sexkoffer: Jugend in den 80er Jahren zwischen politischem Klimawandel, Freizeit-Industrie und Popkultur“ (erschienen im Löcker Verlag) Wir Kinder der 80er Jahre sind die letzte Generation, die noch mit mehrheitlich analogen Medien aufgewachsen ist. Schallplatten aus schwarzem Plastik waren in den 80ern der gängige Tonträger für Musik, und die hat man noch nicht kopiert, sondern auf magnetische Tonbänder überspielt. Niemand hat darunter gelitten, dass das genauso lange gedauert hat wie die Lieder eben lang sind, das Wort Echtzeit war daher auch noch genauso wenig gebräuchlich wie das Wort Achtfachspeed. Das Fernsehen…

  • Ich brauche mehr Details.

    (geschrieben 2003 für den FM4 Weblog von Johannes Grenzfurthner) Wiederannäherung an eine westdeutsche Filmkomödie der 80er Jahre. „Didi – Der Doppelgänger“ kam 1984 ins Kino. Der Film lief im Zentral Kino in Wiener Neustadt, einem ehemaligen Theater mit sehr schönem Zuschauerraum, in dem es sogar Logen und eine Galerie gab. Auch hatte es für die 80er Jahre – also noch vor Erfindung der Vorstadtplex-Kinos – ein angenehm großes Foyer. Es war abgefuckt und roch etwas ältlich, aber es war gemütlicher als die Mitbewerber Theater- und Forum-Kino. In den 80ern waren uns 12jährigen alle Ablenkungsmöglichkeiten während des Wartens auf den Saaleinlass…

  • Autoretro – Robert Stolz Siedlung

    1980 übersiedeln wir und ich erhalte einen neuen Spielplatz. Ich tausche den Hof in der Wohnhausanlage  „Robert Stolz“ gegen eine herrliche Gestätte nahe des neubezogenen elterlichen Eigenhauses. Doch der unüberschaubare Abenteuerspielplatz muss bald einem Einkaufszentrum mit Parkgarage weichen. Daraufhin werde ich sauer und entdecke die Kapitalismuskritik. PS aus dem Jahr 2018: Die oben erwähnte Siedlung war vor kurzem Covermotiv eines  „Schauplatz“ im ORF zum Thema „Leben am Minimum“.

  • Autoretro – Elvis 1977

    An meinem (dritter von rechts) fünften Geburtstag stirbt Elvis Presley. Ich erfahre davon jedoch erst in den 90er Jahren. Und denke noch Mitte der 80er, als in Wien das Musical „Elvis“ mit Hansi Dujmic in der Hauptrolle angekündigt wird, da käme der echte Presley aus den USA.