Schlagwort: Diskussion

  • Open Source oder Gummistiefel

    Als ich im Frühjahr 2005 am finnischen Aktivismus- und Kunstfestival Pixelache teilnahm, besuchte ich unter anderem ein von Nokia als Festivalsponsor gehostetes Panel. Eine Handvoll grauer Herren aus dem mittleren Management des damaligen haushohen Weltmarktführers für Mobiltelefone stellte die eigene Marke zur Diskussion. Alles solle offen gesagt werden, man sei bereit von der Szene zu lernen. Neben den erwartbaren Grundsatzdiskussionen, ob ein Konzern wie Nokia überhaupt Kunst und Diskurs sponsern und sich dafür gratis Knowledge-Transfer einkaufen dürfe, wurden eine Menge sinnvolle Vorschläge gemacht – im Ton nicht immer liebevoll, aber durchaus sehr konstruktiv: Nokia solle seine Geräte für alternative bzw. freie Betriebssysteme öffnen,…

  • Programmplanung im Community Radio

    Diplomarbeit. Universität Wien, März 2005.(PDF auf Anfrage) Zusammenfassung (Abstract) Wie können Community Radios heute – in einer veränderten und komplexer gewordenen Medienlandschaft – ihre Programme gestalten? Wie weit können und dürfen sie das im Rahmen der äußeren und inneren Beschränkungen? Der freie Zugang für engagierte (aber unbezahlte) Radiomacher bleibt ein wesentliches Paradigma von Community Radio, gleichzeitig soll das Programm insgesamt ein Gesicht haben, Schwerpunkte setzen und möglichst hohe Qualität im Sinne der vielen verschiedenen Zielgruppen bieten. Gefordert sind Konzepte, die nicht bloß im Organisieren und Verwalten von Sendezeit bestehen, sondern das Programm aktiv gestalten. Die Arbeit stellt auf Basis mehrerer…

  • Fernsehen muss nichtfunktionieren dürfen

    Beitrag für dem Schwerpunkt „TVTV“ im „Versorger“, der Zeitung der Linzer Stadtwerkstatt Fernsehen muss nichtfunktionieren dürfen In Wien soll in rund einem Jahr ein Offener Fernsehkanal senden. Vor mehr als 2 Jahren haben die Grünen im Wiener Gemeinderat die Absicht kundgetan, im Rahmen eines ausserkoalitionären Abkommens mit der SPÖ einen Offenen Fernsehkanal ermöglichen zu wollen. 2002 entstand eine Machbarkeitsstudie (unter Beteiligung des Autors), jetzt (Oktober 03) wurden konkrete Pläne zur Umsetzung und Finanzierung bekannt gegeben. Mit einer runden Million Euro pro Jahr wird das Projekt zu fast 100% von der Stadt gefördert, als Träger soll ein Verein aus „renommierten Persönlichkeiten…

  • Elffriedebuch

    Das ist ein Text zu einem Elffriedebuch. Dieses Elffriedebild besticht unter anderem durch einen relativ großen Punkt am Ellenbogen der linken Figur. Dieser Punkt ergibt für meine fantasielosen Augen keinen Sinn. Genauso wenig wie ein (verhältnismäßig) riesiges bordeauxrotes Objekt in einem der Bögen von meiner Ausgabe des Kinderbuches „Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder oder Die Veränderung der Landschaft“ von Jörg Müller, Frankfurt am Main 1973. Vielleicht war’s aber auch in „Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn oder Die Veränderung der Stadt.“ Auch Frankfurt, aber 1976. Eher war ’s der Presslufthammer. Gerne…

  • Plädoyer für das Letscherte

    zur einleitung: letschert kommt von „latschen“ und wird bei duden (1990) mit „schlapp, matt, kraftlos, fade“ übersetzt, was in der gastronomie nicht uneingeschränkt gültigkeit hat.in zusammenarbeit von maschek und jg AT monochrom (bezeichnenderweise „das ende der nahrungskette“) entstand der vorschlag, die letschertheit von lebensmitteln mit der maßeinheit LÉTSCH zu messen, auf einer oben und unten geschlossenen skala. 0 letsch = knäckebrot, frisch bei ikea gekauft.5 letsch ~ wurstsemmerl mit gurkerl, ca. 3 tage im schulranzen belassen.10 letsch = nass gewordene soletti. der physiker findet vielleicht noch eine variante, das ganze genauer zu machen, also etwa: ein letsch ist die letschertheit,…

  • „Das gehört eh nur zum Praterspielzeug“

    (erschienen in „Uni aktuell“ im November 1995) Mit der Volksabstimmung 1979 haben sich die Österreicher gegen Atomkraftwerke entschieden. Dennoch gibt es drei Atomreaktoren in Österreich, einer steht im zweiten Wiener Bezirk. Nur wenige wissen, was in dem schmucklosen Gebäude am Donaukanal wirklich vorgeht. von Ulrich Salamun und Robert Stachel Am unteren Ende des Praters, er­reichbar mit der U3 und einem kurzen Fußmarsch, wird die Idylle der Schrebergärten nur gestört durch ein Bauwerk, das außen der kleine Bruder der Stadthalle sein könnte. Ein mächtiger Block aus den 6Oer Jahren beherbergt eines der größten Universitätsinstitute – und eines der am wenigsten be­kannten:…